Heute war ich im Klimahaus 8° Ost, dem weltweit einzigen seiner Art.
Morgens um 9:00 Uhr ging’s los, wir waren um ca. 8:45 Uhr vor dem Eingang und vor uns (mir und meiner Freundin Jil) standen schon geschätzte 20-25 Menschen, womit wir verhältnismäßig sehr weit vorne standen, denn nach 5 Minuten kamen noch mehr Menschen, so viele, dass bei Öffnung eine ewig-lange Schlange quer durch den kompletten Eingangsbereich gereiht hinter uns stand. Der Laden war also offen und wir konnten uns unsere Eintrittskarten kaufen und sind dann direkt weiter zur ersten “Station”. Mein erster Eindruck: ” Oh mein Gott, nicht schon wieder eine Warteschlange.” Nach knapp 3 Minuten ging es dann aber schon weiter mit einem Einführungsvideo über einen Herrn, der in Bremerhaven gestartet ist und immer dem 8. Längengrad Ost entlang gereist ist (deshalb auch der Name). Kurz darauf ging es dann hinter der Leinwand weiter, zu Fuß auf Schienen in die Schweiz. Dort angekommen machte sich Begeisterung breit, ein hoher Berg mit Treppen und verschiedenen Abzweigungen. An einer Abzweigung wurde man auf Insektengröße “geschrumpft”, um besser nachvollziehen zu können wie es ist z.B. auf einer Wiese zu leben.
Mittig konnte man in den Berg hineingehen, in eine Art Höhle, mit Eiswänden links und rechts. Ab da war es leicht verwirrend wo die Reise weiterging, da mehrere Räume zur Verfügung standen in denen man weitergehen konnte, weshalb ich auch denke, dass ich einige Kleinigkeiten übersehen habe. Von der Schweiz ging es nach Italien, wo es schon etwas wärmer wurde und man in einem Raum verschiedene Windstärken und die Luftfeuchtigkeit einstellen konnte. Von Italien aus ging’s in den Niger, wo man sich ziemlich beeindruckend in liegender Haltung direkt neben einem weiten Stück Wüste und bei bis zu 35°c einen Ausschnitt aus dem Alltag der Tuareg-Nomaden ansehen konnte. Von der heißen Wüste aus ging es ohne Umwege nach Kamerun
mit seinem feucht-schwülen Tropen-Klima, wo man unter anderem eine “Nachtwanderung” durch den Urwald machen konnte. Von dort aus kam man auf direktem Wege in die Antarktis, in der die Wände und der Boden mit Eis bedeckt waren, um eine kleine Ecke gegangen befand man sich in einer Polarstation mit Ausrüstungsgegenständen und einem Klima-Memory-Spiel. Nach der kalten Antarktis mit ihren -6°c kam das heiß-feuchte Samoa, wo man an einem wunderschönen Sandstrand durch ein Schiffswrack, an dem seitlich zwei Aquarien gelegen waren die bezaubernde Unterwasserwelt Samoa’s betrachten konnte.

Wieder “aufgetaucht” befand man sich in einem kleinen Robben- und Walfängerdorf in Alaska, in dem man über das Leben der Yupik, die dort schon seit über 1000 Jahren leben erfahren konnte. Die vorletzte Station führte wieder ins vertraute Deutschland, genauer auf die Hallig Langeneß. Das ist ein großer Raum mit einer von Wasser umgebenen Grünfläche in der Mitte, mit dem Wasser wurden Ebbe und Flut dargstellt, also was z.B. passieren kann, wenn das Wasser an einer Hallig zu hoch steigt. Zu guter Letzt, wieder in Bremerhaven angekommen, konnte man sich Kommentare zu extremen Wetterlagen in Bremerhaven ansehen und Postkarten aus aller Welt an Freunde und Verwandte verschicken. Nachdem man die eigentliche Ausstellung verlassen hatte konnte man noch einen vierstöckigen Raum Namens “Elemente” betreten in dem man, je nachdem auf welcher Etage man war (1.Feuer, 2.Erde, 3.Wasser, 4.Luft), an vielen verschiedenen interaktiven Exponaten lernen konnte einige Wetterphänomene besser zu verstehen. Neben dem Raum “Elemente” gab es noch einen Raum “Perspektiven“, der deutlich zeigte wie die Menschen der besuchten Länder des 8. Längengrades vom Klimawandel betroffen sind. Der dritte Raum “Chancen” war noch nicht ganz fertiggestellt und nicht zugänglich, genauso wie das geplante Wetterstudio, wofür die beiden Räume stehen kann man auf der offiziellen Homepage des Klimahauses nachlesen.
Mein Fazit: Eine interaktive Sammlung an der man hautnah die Kultur der einzelnen Länder erleben kann und was es bedeutet, wenn das Klima weiterhin ansteigt. Alle Stationen sind leicht verständlich und ausführlich erklärt. Die Interaktiven Gegenstände regen zum mitmachen und lernen an, so dass man immer etwas Neues entdecken kann und , was ganz wichtig ist jede Etage ist ideal für Rollstuhlfahrer, per Fahrstuhl erreichbar. Das Klimahaus 8° Ost ist eine atemberaubende Sammlung von verschiedenen Ländern, Kulturen und Klimazonen, die am Ende alle ein gemeinsames Schicksal treffen wird, wenn der Klimawandel nicht bald gestoppt wird!
Ich kann einen Besuch im Klimahaus nur weiterempfehlen, da es ein Erlebnis für jede Altersklasse ist und man dort Dinge lernt, die wichtig für unsere Zukunft sind.
HIER noch eine computer-animierte Führung durch das Klimahaus